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Grundlagen

Sinn und Zweck einer Freizeit

Du engagierst dich ehrenamtlich in deiner Freizeit! Du steckst viel Zeit und Energie in die Organisation einer Fahrt! Warum eigentlich?!

Wenn Leiterrunden im Umbruch sind, viele Wechsel von LeiterInnen anstehen oder kaum noch jemand da ist, der die Freizeit mit durchführt – oder erst recht, wenn du mit anderen neu eine Freizeit planst: Tauscht euch im Team darüber aus, was eure Ziele und Interessen sind.

  • Gemeinschaft erfahren
  • soziales Miteinander erleben
  • einen geschützten Rahmen bieten, in dem Kinder und Jugendliche sich frei bewegen und entfalten können
  • Menschen begegnen, die Zeit haben und zuhören können
  • die Erfahrung machen, dass man sich auf jemanden verlassen kann
  • weitergeben, was man selbst erfahren hat
  • besser machen, als die eigenen LeiterInnen früher

Das ist oft spannend und überraschend. Ihr lernt euch (neu) kennen und erfahrt etwas voneinander. Der Austausch kann euch sehr dabei helfen, bei der späteren Programmplanung auf einen Nenner zu kommen. Ihr könnt euch immer wieder auf die gemeinsamen Ziele beziehen und überprüfen, ob der Programmvorschlag gut ist oder eher kontraproduktiv sein kann.

Ebenfalls kann euch die Festlegung der Ziele bei der Auswertung der Freizeit helfen. Nur wenn Ihr wisst, was Ihr mit der Freizeit erreichen möchtet, könnt Ihr am Ende überprüfen, ob es Euch auch gelungen ist.

Motto / Thema

Mottos und Themen für Kinder findest du in diesem

Mottos und Themen für Tennies und Jugendliche findest du in diesem

Mottos und Themen für alle Altersstufen findest du hier:

Rahmen

Zum Rahmen einer Freizeit gehören alle Elemente, die sich über den gesamten Verlauf ziehen und zu bestimmten Zeiten des Tages stattfinden.

Dies können sein:

  • Wecken
  • Morgen- und Abendrunden
  • gemeinsame Mahlzeiten
  • Tischgebet
  • Ansagen nach den Mahlzeiten
  • feste Uhrzeiten für Programm
  • feste Schlafenszeiten
  • etc.

Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist während einer Freizeit vieles ungewohnt und neu. Umgebung und Bezugspersonen entsprechen nicht dem Gewohnten. Feste Elemente, der Rahmen einer Freizeit, kann den Kinder und Jugendlichen Sicherheit und Orientierung bieten.

Diese Wirkung eines Rahmens wird oft unterschätzt. Die Kinder und Jugendlichen reagieren entspannter und gelassener, wenn sie wissen, wann sie was erwartet und es einen festen Tagesablauf gibt.

Gruppendynamik

Während einer Freizeit werden meist alle fünf Gruppenphasen durchlaufen. Darüber hinaus gibt es bei einem so engen Zusammenleben als Gruppe während einer Freizeit eine bestimmte Dynamik.

Das Wissen um diese Gruppendynamik solltet ihr Leiterrunde bei der Programmplanung berücksichtigen. Die Gruppedynamik ist oft unkalkulierbar, so dass das Programm während einer Freizeit auch noch mal neu geplant werden muss. Ihr solltet beim Programm immer flexibel bleiben, etwas „in petto“ haben und so auf die individuelle Dynamik der Gruppe eingehen können.

Kennenlernen

TeilnehmerInnen wie GruppenleiterInnen „beschnuppern“ einander, zeigen sich von ihrer besten Seite. Alle achten erst einmal darauf, bei allen Leuten möglichst gut anzukommen.

Was kannst du tun?

  • Kennenlernspiele
  • Namensspiele
  • sich möglichst viel mit vielen Kindern, Jugendlichen und LeiterInnen unterhalten
  • Orientierung bieten durch klare Regeln und einen guten Rahmen

Machtkämpfe und Grüppchenbildung

In einer zweiten Phase wird geschaut, wer einem ähnlich ist bzw. ähnliche Interessen hat. Da die Gesamtgruppe ab 20 Personen zu groß ist, bilden sich kleine Gruppen. Einzelne Leute werden noch zwischen Gruppen wechseln, haben ihren Platz noch nicht gefunden. Andere Personen ordnen sich womöglich gar keiner Gruppe zu und bleiben Einzelgänger. In den Kleingruppen kristallisieren sich einzelne Rollen heraus.

Womöglich gibt es Streit um scheinbare „Kleinigkeiten“, den die LeiterInnen schlichten müssen. Hinter den Streitigkeiten stecken aber oft Machtkämpfe um bestimmte Rollen innerhalb der Gruppe. Auch die Gruppen konkurrieren oft miteinander.

Was kannst du tun?

  • Programm mit Gruppenaufgaben und Gruppenwechsel
  • Programm bei dem Zusammenarbeit in Kleingruppen gefragt ist
  • unsichere und auffällige Kinder und Jugendliche versuchen zu integrieren
  • Streitigkeiten schlichten & Hintergründe erforschen

Bergfest

Nach dieser Phase wird es meist etwas ruhiger. Jede/r hat ihren/seinen Platz in der Großgruppe gefunden. Am Programm wird mit Spaß und Interesse teilgenommen. In der Mitte der Freizeit wird oft das „Bergfest“ gefeiert. Es gibt abends ein „besonderes“ Programm.

Was kannst du tun?

  • Programm gestalten
  • Bergfest feiern
  • Spaß haben

Lagerkoller

Das Phänomen des „Lagerkollers“ ist bei den alten Hasen der FreizeitleiterInnen gut bekannt. Nach einer Weile des Zusammenlebens, oft nach drei Vierteln der Freizeit fühlen sich Kinder und Jugendliche wie LeiterInnen oft genervt.

Das mag daran liegen, dass man kaum eine Rückzugsmöglichkeit hat. Überall sind ständig Menschen um einen herum, auf die man Rücksicht nehmen muss. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn nach einiger Zeit eine genervte Atmosphäre entsteht.

Die alten Hasen sagen dazu oft „Lagerkoller“ und können dem mit einem Schmunzeln entgegensehen. Diese Phase ist normal und wird zum Ende der Freizeit auch wieder vergehen.

Was kannst du tun?

  • Streitigkeiten schlichten
  • ruhige Phasen ins Programm einbauen
  • Programm in Kleingruppen nach Interesse
  • selbstbestimmt

Abschluss und Abschied

Am letzten Abend der Freizeit steht das Abschlussfest. Hiermit wird das Ende der Freizeit und des gemeinsamen Zusammenlebens eingeleitet. Viele unterschiedliche Emotionen begleiten diese Zeit: Traurigkeit, weil man Abschied nehmen muss, Freude, weil man nach Hause fährt und Erleichterung, weil das enge Zusammenleben bald vorbei ist.

Die meisten Kinder und Jugendliche wie LeiterInnen sind also voller Emotionen, so dass es nicht verwunderlich ist, dass es in dieser Phase sehr schnell zu Konflikten und Streitigkeiten kommt.

Was kannst du tun?

  • bei Konflikten für eine sachliche Ebene sorgen
  • Kindern, Jugendlichen und LeiterInnen bei Konflikten eine Auszeit gönnen/sich beruhigen lassen
  • Kompromisse finden
  • Abschlussfest gestalten, so dass es für alle ein schönes Erlebnis wird
  • Gruppenfoto machen

Partizipationsmöglichkeiten

Übernahme kleiner Aufgaben

Auch die kleinsten Kinder können schon Aufgaben übernehmen, die während einer Freizeit anfallen. Die Aufgaben sollen natürlich dem Alter der Kinder angemessen sein und sie nicht überfordern.

Typische anfallende Aufgaben während einer Freizeit können sein: Tisch decken, spülen, Tische abwischen, fegen, Toiletten und Waschräume säubern. Eine Liste direkt zum Eintragen findest du hier! Bei der Ausführung der Dienste musst du beachten, dass die Kinder aus unterschiedlichen Elternhäusern kommen. Einige werden zu Hause angehalten, mit anzupacken, andere wissen gar nicht, wie man zum Beispiel einen Tisch deckt.

Am besten teilt ihr die Kinder und Jugendliche in Gruppen ein und mischt jüngere mit älteren Kindern. Ebenso empfehlen wir dir, jeder Gruppe eine/n LeiterIn zuzuordnen. Diese soll nicht nur die Aufgaben kontrollieren, sondern vor allem als Vorbild dienen und mit anpacken.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen können andere Aufgaben hinzukommen. Sie können helfen, den Freizeitgottesdienst vorzubereiten, jüngere Kinder unterstützen, LeiterInnen bei Vorbereitungsaufgaben helfen, in der Küche bei besonderen Aufgaben helfen, usw.

Wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen das Gefühl haben, nicht ausgenutzt werden, sondern Verantwortung zu übernehmen, sich ausprobieren zu können und für das Wohl der Gruppe mit zu sorgen. Eine Stärkung des Selbstbewusstseins nach dem Motto „Ich kann was Gutes!“ steht im Vordergrund.

Chancen:

  • Die Kinder und Jugendliche lernen, dass in einer Gemeinschaft verschiedene Aufgaben anfallen, die erledigt werden müssen.
    • Die Kinder und Jugendliche lernen in der Gruppe zusammenzuarbeiten.
    • Die Einteilung der verschiedenen Dienste erleichtert den Freizeitalltag.
  • Bei erfolgreicher Erledigung der Aufgaben könnt ihr eine Stärkung des Selbstbewusstseins der TeilnehmerInnen herbeiführen.

Ermutigung zu Kritik und Verbesserungsvorschläge

Vor, während und nach der Freizeit kannst du die Kinder und Jugendlichen nach ihrer Meinung fragen. Verschiedene Methoden können dir helfen, dass Kinder und Jugendliche Kritik äußern und Verbesserungsvorschläge einbringen. Wichtig ist dabei, dass du die Kinder und Jugendlichen anhältst, Verbesserungsvorschläge einzubringen und an deren Umsetzung mitzuwirken. Sonst wird eine Reflexionsrunde schnell zur „Meckerrunde“.

Chancen:

  • Die Kinder und Jugendlichen erfahren, dass dir ihre Meinung wichtig ist und sie ernst genommen werden.
  • Die Kinder und Jugendlichen lernen, sich zu beteiligen (u. a. ein wichtiges Prinzip unserer demokratischen Gesellschaft).

Hier findest du Auswertungsmethoden!

Vertrauensvolle Beziehungen

Nicht zuletzt ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen dir als LeiterIn und den Kindern und Jugendlichen die wichtigste Grundlage, um eine Beteiligung und Mitgestaltung der Freizeit zu ermöglichen.

Die Kinder und Jugendlichen werden ihre Meinung nur kundtun, wenn sie das Vertrauen haben, dass du als LeiterIn sie trotz angebrachter Kritik weiterhin magst. Wir empfehlen dir, öfter das Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen zu suchen und dich zu erkundigen, wie es ihnen geht.

Chancen:

  • Du weißt als LeiterIn, wann du die Kinder und Jugendlichen überforderst.
  • Du erfährst sehr schnell, wie den Kindern und Jugendlichen die Freizeit gefällt und was sie gerne unternehmen möchten.
  • In dem Gespräch kannst du auch die Sichtweise des Leitungsteams deutlich machen und erklären, warum zum Beispiel der Tagesplan etwas anderes als das Gewünschte vorsieht. Das beugt Konflikten zwischen Leitungsteam und den Kindern und Jugendlichen vor.

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